Rechtssicherer, aber ungerechter?

Nachdem vor einer Woche ein interner Entwurf an die Presse durchgestochen wurde (wer hatte hier wohl ein Interesse?) gibt es seit Freitag Neuigkeiten zum Berliner Mietendeckel, z.B im Tagesspiegel.

Die Koalitionärinnen haben sich – aus Sicht der Immobilienwirtschaft – auf ‚entschärfte‘ Regelungen geeinigt.

Wesentliche Änderungen:

  • Verzicht auf Minderung von Mieten, die über den festgelegten Höchstwerten liegen (Ausnahme: Mieterin zahlt mehr als 30% ihres Einkommens für die Miete)
  • Anhebung der Höchstwerte
  • Keine Begrenzung der Eigenbedarfskündigung
  • Es wird einen atmenden Deckel geben = idexierte Mieterhöhungen werden möglich sein

Unklar ist noch, ob es wie im ersten Entwurf, eine Regelung zum möblierten Wohnen geben wird. Ohne spezielle Regelung würde alles beim Alten bleiben. Einerseits ist möbliertes Wohnen nichts anderes als ’normales‘ Wohnen und damit gelten auch die Höchstgrenzen des Mietendeckels, aber das derzeitige Problem ist ja, dass möblierte Wohnungen mit einer Pauschalmiete vermietet werden und aus dieser ist die tatsächliche Grundmiete nicht ersichtlich.

Sollte es keine Regelung geben, so bleibt ‚Möbliertes Wohnen‘ weiterhin eine Umgehungsstrategie für den Mietendeckel.

Nun zu den aktualisierten Auswirkung dieses Entwurfes. In der Tabelle wurden wieder die aktuellen Werte des Mietendspiegels (2019) mit den Höchstgrenzen des Mietendeckels verglichen.

Der Mittelwert aller 112 Mietwerte liegt nun bei einer Minderung von 6,1% (der Medianwert sogar nur bei 4,6%). Die dunkelroten Felder (starke Reduktion der Höchstwerte des Mietendeckels gegenüber dem Mietenspiegel 2019) sind deutlich weniger geworden. Nun ergeben sich für knapp 30% der Felder Mietsteigerungen nach oben, in mehreren Fällen sogar um die +10%! Bei Wohnungen in einfacher Wohnlage besteht das Mieterhöhungspotential überproportional (2/3 aller Aufschläge).

Degegen profitieren Wohnungen in guter Lage überproportional von Reduktionen. Das bedeutet für die Zukunft, dass es wieder preiswerte Wohnungen in guten Lagen geben wird bzw. MUSS!

Bei deutlich über 60% der Kategoeien des Mietenspiegels ändert sich relativ wenig. Hier liegt das Änderungspotential zwischen +10% und -10%.

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